
Die Kinder- und Jugendgesundheitsstudie „Health Behaviour in School-aged Children“ (HBSC) ist eine seit 1982 bestehende internationale Forschungskooperation zur Untersuchung des Gesundheitsverhaltens von Kindern und Jugendlichen im Schulalter, die durch die Weltgesundheitsorganisation WHO unterstützt wird.
Seither hat sich der Teilnehmerkreis stark erweitert und umfasst aktuell 51 Länder und Regionen in Europa, Nordamerika und Asien. Luxemburg hat im Jahr 1999 erstmals eine HBSC-Pilotbefragung durchgeführt und nimmt seit 2006 regelmäßig an den HBSC-Befragungen teil.
Der Kern des Forschungsprojektes ist die vierjährliche Befragung von Schülern im Alter von 11 bis 18 Jahren zu Themen wie Gesundheit, gesundheitsrelevantes Verhalten und Umweltbedingungen. Die nächste HBSC-Befragung wird 2026 stattfinden.
Die Daten werden in Zusammenarbeit mit dem Ministère de l’Éducation nationale, de l’Enfance et de la Jeunesse, dem Ministère de la Santé et de la Sécurité sociale / Direction de la santé und der Forschungsgruppe Youth Research der Universität Luxemburg sowie dem HBSC Research Network erhoben und ausgewertet.
Die HBSC-Erhebung 2026 baut auf der HBSC-Erhebung 2022 auf, wobei die meisten Fragen beibehalten werden, um einen Vergleich über die Zeit hinweg zu ermöglichen, während gleichzeitig folgende neue Aspekte ergänzt werden:
– Organisierte Freizeitaktivitäten: darunter Mannschaftssportarten (z. B. Fußball, Volleyball), Einzelsportarten, künstlerische Aktivitäten, Vereine und religiöse Aktivitäten.
– Unstrukturierte Freizeitaktivitäten: umfassen das Lesen, ein Instrument spielen, Schlafen und Treffen mit Freunden.
– Sitzende Lebensgewohnheiten: bezieht sich auf längeres Sitzen.
– Behinderungen und chronische Erkrankungen: Bewertung langfristiger Gesundheitszustände, ihres Zusammenhangs mit Gesundheit und Wohlbefinden sowie ihrer Auswirkungen auf die Alltagsfunktionen
Diese zusätzlichen Punkte bauen auf den zentralen Ergebnissen von der HBSC-Erhebung 2022 auf, insbesondere in Bezug auf körperliche Aktivität, psychische Gesundheit sowie das soziale und schulische Umfeld. So zeigen beispielsweise Ergebnisse der HBSC-Studie 2022, dass regelmäßige körperliche Aktivität bei Jugendlichen mit einem geringeren Risiko für Übergewicht und damit verbundene Erkrankungen sowie mit einer besseren psychischen Gesundheit verbunden ist. Während die Risiken unzureichender körperlicher Aktivität in Luxemburg gut dokumentiert sind, ist über das sitzende Verhalten wenig bekannt.
Darüber hinaus werden organisierte und unstrukturierte Freizeitaktivitäten dazu beitragen, zu klären, wie Jugendliche ihre Freizeit verbringen. Die Teilnahme an organisierten Aktivitäten ist mit besseren schulischen Leistungen, geringerem Substanzkonsum und antisozialem Verhalten sowie einem höheren Wohlbefinden verbunden. Diese Zusammenhänge variieren jedoch je nach Kontext und Art der Aktivität und müssen in Luxemburg noch dokumentiert werden, was die Notwendigkeit einer entsprechenden Untersuchung unterstreicht.
